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Die ältere Bezeichnung für ein handgezeichnetes Erklärvideo und der Grund, warum es früher ein Vermögen kostete.
Aktualisiert: 2026-09-10
Video Scribing ist die britische und aus der Agenturwelt stammende Bezeichnung für das, was heute meist Whiteboard Animation heißt: Eine Hand zeichnet eine Illustration auf eine leere Fläche, während eine Stimme das Thema erklärt. Das Wort „Scribe“ stammt vom Graphic Recording, bei dem ein Illustrator an einer Wand stand und einen Konferenzvortrag live zeichnerisch festhielt. Als Studios dieses Verfahren filmten und mit einem Voiceover ergänzten, blieb die Bezeichnung erhalten. Video Scribing, Scribe Videos, Sketch Videos und Whiteboard Animation beschreiben dasselbe Format.
Ein Scribe Video erforderte drei getrennte Fachbereiche. Jemand schrieb ein Skript, das sich zeichnerisch umsetzen ließ. Ein Illustrator zeichnete jedes Bild oder Element von Hand. Anschließend stimmte ein Editor die Zeichnung Bild für Bild auf der Zeitleiste mit dem Sprechertext ab. Für ein zweiminütiges Scribe Video benötigte ein Studio ein bis drei Wochen und berechnete üblicherweise zwei- bis fünftausend Dollar pro Minute. Teuer war nie das Zeichnen, sondern das Timing, denn die Hand muss jedes Element genau dann erreichen, wenn die Stimme es nennt.
Die schrittweise Enthüllung. In einem Scribe Video bleibt das Bild während des Sprechens unvollständig, sodass Zuschauer sehen möchten, was aus der Linie entsteht. Eine fertige Folie zeigt in der ersten Sekunde alles und der Blick wandert weiter. Darauf beruht der gesamte Effekt, und deshalb überdauerte Video Scribing den Trend, der das Format um 2012 bekannt machte.
Die drei Fachbereiche verschmelzen zu einem einzigen Arbeitsgang. Das Skript wird geschrieben oder eingefügt. Für jeden Abschnitt entsteht eine vollständige Illustration, statt sie aus einer gemeinsamen Clipart-Bibliothek zusammenzusetzen. Die Sprachausgabe wird mit einem Zeitstempel für jedes Wort erzeugt, und die Zeichnung erscheint passend zu diesen Zeitstempeln. So erreicht die Hand jedes Objekt genau dann, wenn die Stimme es nennt. Der Arbeitsschritt, für den ein Editor früher einen ganzen Tag benötigte, läuft heute automatisch.
Das Format eignet sich für alles mit einer Abfolge oder Struktur: Prozesse, Mechanismen, Vergleiche oder historische Abläufe. Es ist ungeeignet, wenn ein echtes Gesicht, ein realer Ort oder die Oberfläche eines echten Produkts wichtig ist. Wenn die ehrliche Antwort auf die Frage „Was soll die Zeichnung zeigen?“ lautet „ein Foto davon“, solltest du ein Foto verwenden.
Schreibe zuerst den Sprechertext mit einem Gedanken pro Satz und prüfe, ob jeder Satz etwas benennt, das sich zeichnen lässt. Lege eine Länge fest und richte den Text daran aus. Wähle einen Stil und behalte ihn für die ganze Serie bei. Rendere das Video und prüfe vor der Veröffentlichung den Einstieg sowie die Aufteilung der Zeichenflächen. Den vollständigen Ablauf findest du in der Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Ja. Video Scribing ist die ältere Bezeichnung und vor allem in Großbritannien sowie in Agenturangeboten verbreitet. Whiteboard Animation ist heute der häufiger gesuchte Begriff.
Agenturen berechnen weiterhin häufig etwa tausend bis fünftausend Dollar pro fertiger Minute bei einer Produktionszeit von ein bis drei Wochen.
Nein. Zeichenfläche, Tinte und Hand werden vollständig gerendert. Es wird nichts gefilmt.
Ja. Die Zeichnung erscheint weiterhin Strich für Strich. Die Hand ist optional und eine Stilentscheidung, keine Voraussetzung des Formats.
Für soziale Medien und Produktseiten eignen sich 60 bis 90 Sekunden, zum Erklären eines Mechanismus zwei bis vier Minuten. Ab etwa fünf Minuten verliert die schrittweise Enthüllung ihren Reiz und die Struktur muss das Video tragen.